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(M)ein Zusammenbruch

Aktualisiert: 17. Sept.




Es gibt Momente, in denen du glaubst, dass sich irgendeine unsichtbare Macht gegen dich verschworen zu haben scheint. So fühlt es sich zumindest aktuell für mich an.


Alles in der Wiederholungsschleife

Egal was ich tue, alles muss ich in einem zweiten oder gar dritten und vierten Anlauf machen. Das kostet Nerven, Zeit und Geld. Ressourcen die an die Existenz gehen.

Meta blockierte mich vor drei Monaten. Angeblich wegen Verstößen, welche mir nicht recht klar sind. Andere Menschen dürfen Nacktheit posten, und gewinnen Reichweite. Das Dogma vom Erotik-Coach. Auch das tat weh, da mein Netzwerk, welches ich bei Meta und Konsorten aufgebaut hatte, durch KI gelöscht war.

Klar, «echte» Kontakte bleiben, doch braucht es Zeit und Energie dieses wieder zu vernetzen.

Der Laptop hat keinen Arbeitsspeicher mehr. Der Computer will nicht mehr recht starten, ebenso der Laptop. 90minütige Videos werden kurz vor dem neuen abspeichern durchgeschüttelt, so dass die Tonspur verschoben ist. Aber nicht überall, nur Stückchenweise, so dass man alles neu machen muss, inklusive Bild- und Videospur. Acht Mal. Links funktionieren nicht, sobald ich sie Kunden abgebe, zuvor war jedoch alles scheinbar funktional. Der Webseitensoftware-Hoster und andere unverzichtbare Dienstleister ändern aktuell wichtige Rahmenbedingungen zu meinen Ungunsten. Andere Softwaren kann ich nicht downloaden, weil eben Speicher voll. Der Newsletter-Anbieter will seit Neustem mehrere hundert Euro Pro Jahr für meine digitalen Infobriefe. Gewissen Vereinbarungen kann ich nicht mehr nachkommen, allem voran auch in Zusammenhang mit der YouTube-Sperrung. Diese Auswirkungen sind Kosten-, Zeit-, Ressourcen- und Nerven intensiv. Mittel, die bereits erschöpft waren, gehen nun an meine Existenz.


«Nach dem Start der Akademie gönne ich mir einige Tage Pause. Später vielleicht sogar mal Urlaub.», waren mein Gedanken, wenn ich wie so oft nach Mitternacht direkt vom Office in mein Bett fiel.

«Videos vorproduzieren und Schulungs-Tutorials aufgleisen, da viele Menschen um meine Unterstützung bitten»: Müde und ausgezehrt von den letzten zwei Jahren, musste ich einige Parameter ändern. Auch dies kostete enorm viel, auf allen Ebenen.

Nachdem ich einen Nervenzusammenbruch hatte, was wohl ein Vorbote von Burnout sein könnte, nahm ich meinen Körper ernst und saß nur noch 10 Stunden am Bildschirm. Es ging bergauf. Licht war am Ende des Tunnels langsam zu erkennen. Ich wagte zu hoffen und doch bangte ich, da noch sehr, sehr viel Arbeit vor mir liegen würde.

Und ja, auch diesen Blogeintrag musste ich zwei Mal schreiben…



Baby und zwei Jahre

«Lebe zwei Jahre wie keiner will, um später so zu leben, wie es die wenigsten können», ist ein Spruch, der mich motiviert. Ich möchte keine Luxusjacht. Ich möchte etwas für die Gesellschaft beitragen. In Einzelcoachings ist das im Nano-Rahmen. Mit Videos kann ich auf andere Weise was bewirken. Dies zeigen mir die unzähligen Feedbacks der Zuschauer. Lebensverändernde, eherettende, existenzielle Veränderungen. Um es kurz zu sagen, ja der YouTube Kanal mit grosser Reichweite war mein Baby.



Klumpenrisiko mit Rückenwind

Jüngster Super-GAU war die Sperrung meines YouTube-Kontos. Für Externe mag dies nicht dramatisch erscheinen: ein Videokanal wo einige Menschen was hochladen. Braucht man nicht zum (über)leben. Das mag wohl so sein… Doch wenn man zwei Jahre rund 270 Videos produziert hat, schmerzt es.

Natürlich, die Videos sind noch irgendwo im Archiv. Der Punkt ist dieser: durch meine Reichweite die ich mit YouTube erarbeitet hatte, war mir eine Marktposition in den vorderen Rängen möglich. Durch die Sichtbarkeit wurde ich zu Interviews, Podcasts, Radio und Fernsehen eingeladen. Ebenfalls zu Kongressen und Webinaren. Natürlich, meine Expertise ist zu 100% Video unabhängig. Wer aber weiß, dass «Verkaufen» ein Bestandteil des Lebens ist, kann erahnen wie tiefgreifend diese Sperrung war. Gleiches zieht Gleiches an. Reichweite will Reichweite.

Verkaufen macht man immer. Beruflich beim Bewerbungsgespräch, beim daten, mit Kindern wenn es um ihre Kooperation, Zähneputzen ja oder nein, geht.


Durch die Sperrung wurde mir nicht nur die Grundlage meiner aktuellen Marktposition genommen, sondern auch der Verkauf meines Buches und der eben am Vortag erstellten ersten Kurse in meiner Akademie geraubt.

Warum nur ein Werbekanal

Das mag irrsinnig klingen, doch wenn man feststellt, dass man bei einem bestimmten Medium Rückenwind hat, steckt man viel Energie rein. Klumpenrisiko muss man in Kauf nehmen. Je grösser das Risiko, umso grösser die möglichen Gewinne. Audiopodcast, Newsletter und Blogs sind nicht mit der gleichen möglichen Reichweite belegt, wie YouTube. Vor allem nicht von neuen Interessenten.



Hintergründe zur Sperrung

«Warum wurde der Kanal gesperrt?» magst du dich fragen.

Nun, YT gibt zwei Verwarnungen raus, wenn man gegen die internen Richtlinien verstößt. Eine hatte ich erhalten, wegen meines Videos zu Sexological Bodywork, wo eine Körperarbeit gezeigt wurde – jedoch ohne sichtbare Genitalien oder sexuelle Handlungen. Zweitere wäre höchstens in therapeutischen Rahmen, was KI jedoch nicht schnallt. Und nein, ich habe keinen Geschlechtsverkehr mit Klienten. Diese Verwarnung war Novum für mich, da es meines Erachtens nicht gegen die Richtlinien verstieß. Einsprache nutzlos. Immerhin wurde das Video noch angezeigt. Das heisst, YT anerkannte meine Beschwerde, zog die Verwarnung jedoch nicht zurück. Unverständlich.

Genau aus solchen Risiken wollte ich immer die online Akademie gründen, damit mir diese nicht von KI entzogen wird. Zum Glück hatte ich erste Inhalte bei einem anderen Anbieter hochgeladen, so dass die ersten Kurse nach wie vor online sind.


Kritik nicht erwünscht

Öfters kam es vor, dass bei der internen Prüfung durch YT meine Videos als «bedenklich» eingestuft wurden. Durch Modernisierung wurde die Einstufung jedoch immer besser, und da ich als Urheber immer eine Voreinstufung geben musste, hatten die künstliche Intelligenz» und ich uns mit der Zeit auf einen Konsens eingespielt. Wenn dem nicht so war, durfte ich das Video manuell überprüfen lassen. Doch hier erkannte man mehrmals, dass je nach Lust und Laune des YT-Mitarbeiters die Neubewertungen sehr unterschiedlich ausfielen. So wurden Videos die zu 99,9 % die Richtlinien befolgten, als «bedenklich» eingestuft. Andere wiederum, wo ich dachte, «okay, wird knapp, aber ist im mittleren Rahmen» wurden mit «okay!» gebrandet.

Einmal vom misslaunigen Mitarbeiter geprüft, hatte man keine Chance auf Einsprache. Und wenn man Einsprache hielt, dann hatte YT unmissverständlich bereits bei den Formularen mitgeteilt, dass bereits die Einsprache zur sofortigen Sperrung führen kann. Kritik nicht erwünscht.


Gegenangriff zwecklos

Da Ich keinen Beweise für mein Nichtverschulden hatte, ist rechtliche Einsprache meines Erachtens nur Geld in die Tonne geworfen.

Ich hatte von anderen YouTubern gelesen, die zwar vor Gericht gewannen, doch ihre Kanäle nicht von YT reaktiviert wurden.


Hintergrund

06.47, ich sitze am Computer, weil ich wie immer viel zu erledigen habe. «Ach schon wieder eine Mail um diese Zeit? Hab doch eben erst alle gelesen.» so mein Gedanke.

Die Betreffzeile ließ mich sofort aufhorchen «Dein Kanal wurde von YouTube entfernt“. Der Super Gau. Doch Hoffnung blitze auf, dass es eine Spamnachricht oder den kleineren Kanal erwischt hätte.

Innerlich wusste ich jedoch, dass dies nur Schönfärberei war, um nicht gleich in Schockstarre zu fallen.


YT hatte eben erst zum gefühlt hundertsten Mal die Richtlinien angezogen. Doch nach wie vor war ich im grünen, oder zumindest im gelben Bereich.


In der Mitteilung hieß es, dass ich wegen „Nacktheit oder pornografischer Inhalte» die Höchststrafe von YT bekam. Sperrung per sofort und keine Chance auf Einrichtung eines neuen Kanals.

Warum war das geschehen?

Ich hatte am Vortag ein Video intern hochgeladen, um bei YT anzufragen, was und in welchem Rahmen erlaubt sei. Das Video war nicht öffentlich einsehbar, doch musste ich dieses hochladen, damit YT meine Frage beantworten konnte. Ich ging schwer davon aus, dass wenn ich es versteckt auf meiner Webseite hochgeladen hätte, die Mitarbeiter (oder KI) den Link nicht angeklickt hätten. Es handelte sich um eine Silikon Genital und eine Massage an einem Frauen Po. Inklusive mehrfachem Hinweis auf Nacktheit in der Nachricht sowie im Videotitel.

KI hatte dies sofort erkannt und das Video automatisch auf +18 gestellt. Okay, ist ja nicht öffentlich sichtbar…


Die Algorithmen der Videoplattform hatten in der Nacht fleißig gearbeitet und aufgrund meines Video sowie meiner proaktiven Mail an den Support (ohne Kenntnis oder Rücksicht) wurde nun entschieden, dass das zu viel war und man sperrte den kompletten Kanal.

Über 44'000 Abonnenten - weg

Über 10 Mio. Videoansichten - weg

Marktposition - weg

Sichtbarkeit - weg

Verkaufskanäle für mein Buch und am Vortag gestartete Akademie – weg

Tausende Stunden Arbeit – weg

Monetarisierung – weg


Der letzte Punkt zeigt wieder Mal dass YT auf den einzelnen Creator (Videoproduzenten) nicht angewiesen ist.

Der amerikanische Gigant hatte sicherlich weit über 36'000 Dollar mit meinen Videos innert eineinhalb Jahren verdient. Vermutlich gar im oberen Drittel des fünfstelligen Bereichs. Das ist YT egal. Möglicherweise weil auch sie der Doppelmoral der USA unterliegen.

Ich wäre nicht sauer, wenn ich pornografische Inhalte hochgeladen hätte. Ich wäre nicht sauer, wenn ich nicht proaktiv um Informationen angefragt hätte. Ich wäre nicht sauer, wenn, wie so oft, andere YouTuber echte sexuelle Handlungen veröffentlich haben (mit mehreren Millionen Klicks). Doch ich bin sauer ob der Ohnmacht, von einer digitalen Intelligenz abgestraft worden zu sein. Und ich bin sauer, dass meine Beschwerde vermutlich gar von einer solchen in erster Instanz «geprüft» wird.


Ist KI also wirklich der Weg um über Existenzen zu entscheiden?

Im interview mit Roger Basler de Roca gehen wir ähnlichen Fragen nach. Zu sehen am Samstag 11.03.23 – auf meinem zweiten YouTube Kanal «Erotik UND»




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