Verlorene Bonnie & Clyde
- Marina Deluca
- 7. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Werden Menschen nach langer Zeit in einer Beziehung immer müde voneinander?
Am Anfang fühlt es sich an, als hättest du die tiefste Verbindung gefunden.
Endlose Gespräche. Lachen und dieses Gefühl von Neu.
Doch nach einer Weile beginnt sich etwas zu verändern.
Die Stille füllt langsam den Raum zwischen euch.Sie beginnt zuzumüllen.
Man streitet über Kleinigkeiten. Man vermisst das „Bonnie & Clyde“-Gefühl, in dem Sinnlichkeit ein elementarer Bestandteil der Beziehung war.
Ihr werdet zu funktionierenden Gesellen im Alltag.Klar, für die Kinder.
Aber dann, manchmal, geschieht etwas Unvorhergesehenes.
Wenn etwas Neues auftaucht
Es kommt jemand Neues.
Sie zeigt Interesse an dir als Mann.
Sie bringt dieses aufregende Gefühl zurück.
Und plötzlich fühlt sich deine aktuelle Partnerin an wie eine graue Alltagsererscheinung
aus Pflicht und dem Gegengeschäft „To-do-Liste gegen Liebe“.
Gerade bei der Intimität wird die Hürde höher:Ihr seid praktische Partner. Und dann, vielleicht dann, erhältst du Zugang zu ihrer Bettseite.
Was passiert da eigentlich in deinem Gehirn?
Am Anfang jeder Beziehung wird dein Gehirn überflutet mit Dopamin, Oxytocin und Noradrenalin.
Du bist im Rausch. Jeder Blick. Jede Berührung.J ede Nachricht.
Alles fühlt sich an wie ein neues Abenteuer für dein Belohnungssystem.
Doch das Gehirn hat einen eingebauten Mechanismus gegen Dauerrausch:
Habituation.
Was sich wiederholt, verliert seinen Reiz.Was vorher neu war, wird normal.
Und genau hier wird es gefährlich.
Nicht, weil deine Partnerin weniger wert ist. Sondern weil dein Gehirn beginnt, nach Neuem zu suchen, statt Tiefe in der Wiederholung zu erkennen.
Die unbequeme Wahrheit
Aber du kannst dieses System austricksen.
Nicht, indem du ständig den Partner wechselst.Sondern indem du bewusst Dopamin in deiner Beziehung reaktivierst.
Dass das möglich ist, zeigt die Wissenschaft.
Gehirnscans von lang verheirateten Paaren zeigen teilweise noch immer exakt dieselbe Ausschüttung von Dopamin und Oxytocin wie zu Beginn der Beziehung.
Studien zeigen zudem:
Wenn du in tiefer Liebe mit einem Menschen verbunden bist, erkennt dein Gehirn diese Person als eine Art Erweiterung deiner selbst.
Deshalb tut es so weh, wenn diese Verbindung zerbricht.
Liebe ist kein Zufall
Liebe, die bleibt, ist kein Zufallsprodukt.
Neurobiologisch betrachtet ist sie ein gemeinsames Ritual, zu dem man sich bewusst committet.
Es ist Arbeit.
Und das beginnt nicht mit jemand Neuem.
Sondern mit einem neuen Blick auf das, was du längst hast.
Nachsatz
In der heutigen Zeit verlieren wir schnell die Wertschätzung für das, was wir bereits haben dürfen.
Dieser Text ist lediglich ein Reminder:
Du musst nicht jedem inneren Drang folgen.Und nicht jeder Reiz bedeutet, dass etwas fehlt.











