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Warum die Frau nicht klarkommt, wenn du mit ihr über Trennung sprichst

  • 10. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Stunden

«Ich habe mir alles überlegt: Wann die Kinder wo sind, wer die Wohnung behält, wie wir das mit den Zahlungen machen», eröffnet Dieter seiner Sabrina.

 

Statt respektvollem «Mhm», Raunen und Kopfnicken erntet er intensive Emotionen, Vorwürfe und Krach. Mit dem Satz

 

«Ich werde niemals die Kinder zwingen wegzugehen!»



Diesen Satz, dass Frauen glauben, dass sie ihre Kinder bestrafen, wenn diese am Wochenende zu Papa gehen, höre ich öfter. Und das macht Trennungsgespräche nicht einfacher.

 

Der Mann hat sich alles gut überlegt, damit die Kinder weder Mama noch Papa verlieren. Doch die Frau wird zur Furie, die gerade in ihren Existenzkampf kippt.

 

Diese Reaktion erlebe ich insbesondere bei Frauen, die entweder ihre berufliche Karriere wegen der Familie aufgegeben haben oder im sozialen bzw. erzieherischen Bereich tätig sind.

 


Warum sie so reagiert:

 

Projektion: Sie glaubt, die Kinder wollen nicht allein mit Papa in seiner Wohnung sein. Dabei ist es ihre eigene Angst, die sie auf die Kinder projiziert. Grund: Viele Frauen können nichts mit sich allein anfangen, obwohl sie sich dauernd mehr Me-Time wünschen.

 

Erziehung: Sobald Papa sich einmischt, sind die Kinder wieder verzogen. Und Mama muss das dann die restlichen Tage wieder hinbiegen. Zumindest erlebt sie es aus ihrer Perspektive so.

 

Konkurrenz: Viele Frauen sind in der Prämenopause oder mittendrin. Ihr Körper kann nicht mehr mit dem einer Jus-Studentin konkurrieren. Mit dem Erwachsenwerden der Kinder und der Zeit, die Papa allein mit den Kindern verbringt, wird sie daran erinnert, dass sie zur reiferen Frau wird. Sie muss ihre Identität erst neu finden.

 

Kontrolle: Mama kann nicht kontrollieren, was die Kinder essen, wann sie zu Bett gehen, wie viel digitale Zeit sie haben und mit wem Papa verkehrt.

 

Mutterrolle: Viele Frauen, gerade jene mit enormem sozialem Sinn, lösen sich in der Mutterrolle auf. Zum einen behüten sie die Kinder, zum anderen ersticken sie diese schier unter ihrem Gluckengetue. Wenn der Mann also seine Wochenenden mit den Kids verbringen will, ist ihr Mama-Mantel leer.

 

Manipulation: Viele Frauen manipulieren die Kinder (un)bewusst, damit sie auf Mamas Seite sind. Schliesslich haben sie seit Jahren gemeinsam den Alltag gerockt, während Papa an netten Netzwerkmeetings war. Papa ist im täglichen Familiengespann eigentlich ein Störenfried, der den finanziellen Rahmen liefert – und Dreckwäsche.

 

Aufopferung: Sie hat sich mit Beginn der Schwangerschaft, ja eigentlich bereits mit dem Gnadensex, damit es Kinder gibt, aufgeopfert: Sie hat ihre Träume hinten angestellt, ihre persönliche Zeit, ihren Körper, ihre Energie. Ihr komplettes Gedankenkarussell drehte sich um die Familie. Und nun, wo das Gröbste vorbei ist, haut der Mann ab und nimmt die von ihr geformten Kinder mit. «Geht's noch?!» Zumindest ist das ihre Sichtweise.

 

Nicht alle diese Gedanken müssen auf sie zutreffen – und aber weitere kommen hinzu.


Und damit bricht die gesamte Ohnmacht  (und Erschöpfung) über sie herein.


 

Wer also eine Trennung ohne Rosenkrieg und Kampf um die Kinderzeit will, muss die Trennung bereits vor dem Trennungsgespräch gut vorbereiten.

 

Tipp:

 

Komm nicht mit Lösungen um die Ecke.

 

Du hast dich seit Monaten mit dem Thema, den Lösungen und dem Erleben danach beschäftigt.

 

Deine Partnerin hat das nicht.

 

Sie merkt zwar, dass vieles nicht in Ordnung war. Ihr hattet auch diverse Gespräche darüber, aber sie hat sich selbst nicht damit konfrontiert.

 


«Was wäre, wenn» vs. «Was wird, wenn»

 

Frauen sind gerne in der Träumerblase, dort, wo man visioniert.  Männer sind in der Realität, die auf Fakten basiert. Beides ist wichtig, beides soll berücksichtigt werden.

 

Aber genau darum zischt sie dich an, wenn du ihr vorschlägst, wann die Kinder wo leben werden und wie das mit dem Geld klappt.

 

Du bist im Materiellen, während sie in den Emotionen ist.

 


Was du tun kannst:

 

Vermittle ihr die Gefühle, die möglich sein werden.

 

Wenn du ihre Sprache der Liebe (aus den 5 Sprachen der Liebe) kennst, dann kannst du ihr vermitteln, welche Benefits sie daraus hat.

 

Und ganz wichtig: Gib ihr Sicherheit. Nicht nur die finanzielle und materielle, sondern auch die emotionale.

 

Dass du, wenn die Kinder krank sind, sie mehr arbeiten gehen muss oder die Noten in der Schule schlechter sind, als Vater da bist und, soweit es für dich stimmig ist, auch als ehemaliger Partner.

 

Eröffne ihr Möglichkeiten, sei gütig, setze Grenzen und hole sie sowohl bei den Emotionen als auch beim realistischen Umsetzen ab.


Wenn du Fragen zu "bleiben oder gehen" und Trennungsbegleitung hast, melde dich:




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