4 Fehler und eine Strategie für Liebschaften
- 9. Juni
- 3 Min. Lesezeit

Das Debakel war riesig. Der Shitstorm enorm. Das Gelächter umso lauter:
Als im Sommer 2025, an einem Coldplay-Konzert ein Paar am Bildschirm eingeblendet wurde, das keines sein sollte: Andy Byron mit Kristin Cabot der US-Tech-Firma Astronomer.
Der Mob schrie digital:
«Die armen Kinder zu Hause!»
«Wie dämlich kann man sein, mit der Affäre an ein Konzert zu gehen?!»
«Die Ehepartner müssen sie sofort verlassen!»
Was die Öffentlichkeit nicht wusste:
👉🏼 Die beiden Ehepaare lebten zu diesem Zeitpunkt bereits von ihren Ehepartnern getrennt❗️
Das gab Kristin im Interview bei Oprah Winfrey acht Monate später bekannt.
Was das Paar falsch machte:
Fehler 1️⃣:
Warum sie sich dennoch weggeduckt hatten, als ihr Bild auf dem Screen erschien?
Weil sie nicht damit gerechnet hatten.
Merke: Emotion frisst Hirn.
Scham schiesst schneller durch den Körper als jede Etikette.
Viele Menschen ducken sich bei Kameras weg oder vergraben ihr Gesicht hinter den Händen. Aber der Kontext in diesem Fall liess andere Schlüsse zu. Falsche Schlüsse.
Fehler 2️⃣:
Warum sie geschwiegen haben?
Weil sie nicht vorbereitet waren. Sie versuchten damit die Familien zu schützen.
Und das war gerade das Problem. 💣
Verurteilung und Häme werden gerne ausgeschlachtet.
#Reputation muss geplant geschützt werden.
Nicht nur wegen der eigenen Scham, sondern wegen der Fremdbeschämung durch den Mob. Die ist gnadenlos und wütet wie ein Flächenbrand in Australien:
💥 Privates wie berufliches Image zerstört.
💥 Geldflüsse blockiert.
💥 Karriere ramponiert.
STRATEGIE
ERSTER SCHRITT:
Vorbereitung auch wenn man verknallt ist.
1) Kommunikation muss vorbereitet sein. Vor allem wenn eine Person öffentlich bekannt ist. Egal ob Cervelat-Promi, Amazon-Gründer oder Restaurantwirt.
Auch die Familie und die Kinder sollten für den Pausenhof wissen, was sie wie sagen können, um sie vor einem #Shitstorm zu schützen.
Ich weiss, wie es ist, wenn man wegen der Eltern beschämt wird. Und ich kann sagen: Man ist auf emotionalem Glatteis. 🥶😓
2) Die innere Haltung muss stimmen. Dann sind Wegducken, verlegenes Stammeln und beschämtes Schweigen weniger reflexartig.
(Ich wiederhole: Emotion frisst Hirn. Die innere Haltung ist das Schutzschild.)
Hätte das Paar etwas weiter gedacht als bis zum Konzertticket, wäre das Debakel niemals ausgebrochen und beschämte Kündigungen wären möglicherweise nicht notwendig gewesen. Ja, vielleicht hatte das Paar tatsächlich zu Beginn ihrer Liebschaft eine heimliche Affäre. Da ist es noch wichtiger, eine sinnvolle Kommunikationsstrategie vorzubereiten.
ZWEITER SCHRITT
Nutze das Abraham-Lincoln-Prinzip:
1) Alle möglichen und unmöglichen Fragen der Kritiker vorbereitend zusammentragen.
2) Notieren:
Spalte 1: Das Argument des Gegners.
Spalte 2: Die Schwachstelle oder der Fehler in diesem Argument.
Spalte 3: Seine eigene, prägnante Erwiderung.
BONUS)
Mein Pro-Tipp: Menschen können Argumente verstehen. Aber Emotionen - insbesondere Ängste - nachfühlen.
Und genau hier machten sie zwei entscheidende Fehler:
Fehler Nummer 1:
Sie schwiegen, als ob sie der Buckingham Palace himself wären. Doch solange der Anwalt nicht verbietet, vorerst zu schweigen, ist meine Empfehlung zu kommunizieren.
Fehler Nummer 2:
Sie sagten zwar in einem späteren Interview, sie wollten die Familie schützen, doch diese Info ging nicht viral. Grund: Es wurde kognitiv mitgeteilt „wir hatten Angst um die Familie“, statt den Kritikern die Möglichkeit zu geben, die Angst nachzufühlen.
Wäre ihnen das gelungen, hätte der Wind gedreht:
Die Presse hätte daraus Fotos aus dem Archiv geholt, wo Frau Cabot ihre Kinder beschämt von der Schule abgeholt hätte und vor den Paparazzi versucht hätte zu verstecken.
Es wären Schnappschüsse von Kristins Ex-Partner oder gar Screenshots von privat ausgetauschten Textnachrichten während des Konzerts zwischen Kristin und ihrem Ex, der auch am Konzert war, viral gegangen mit den Textzeilen „die Liebe war vorbei, aber beide feiern sie am selben Konzert!“.
Der Arbeitgeber hätte statt Cameron Diaz als Marketinggag wegen der peinlichen Situation und darauffolgenden Kündigungen Millionen gespart und stattdessen betriebsinterne Lösungen finden können (CEO und HR-Chefin als Paar), da weniger Druck gewesen wäre.
Die Presse hätte Studien gedruckt, wie viele Paare sich auf der Arbeit kennenlernen.
Doch stattdessen Stress, Kündigungen, traumatisierte Kinder, unauslöschbare Memes. Und ein Bruchteil der spottenden Leser weiss, was wirklich los war.
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Wer sich schützen will, muss vorsorgen. Nicht nur mit Kondomen und STIs.
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